• D • R • E • S • D • E • N •
 
 

Johann Joachim Winckelmann, 1755:
Dresden - hier wurde die Schönheit erfunden. Nichts als Fluss und Wiesen - in zartesten Farben und märchenhaftem Licht.


Johann Wolfgang von Goethe:
Dresden hat mir große Freude gemacht und meine Lust, an Kunst zu denken, wieder belebt. Es ist ein unglaublicher Schatz aller Art an diesem schönen Orte.


E.T.A. Hoffmann, 1813/14:
Wann werde ich wieder in den paradiesischen Gefilden wandeln, wann werde ich Dresden wiedersehen?


Heinrich von Kleist, 1801:
Ich blickte von dem hohen Ufer hinab über das herrliche Elbtal, es lag wie ein Gemälde von Claude Lorrain unter meinen Füßen.


Gottfried Herder in einem Aufsatz, 1802:
Blühe, Deutsches Florenz, mit Deinen Schätzen der Kunstwelt!
Stille gesichert sei Dresden Olympia uns.
Phidias-Winckelmann erwacht an Deinen Gebilden,
Und an Deinem Altar sproßete Raphael-Mengs.


Heinrich von Kleist zu Beginn des 19. Jahrhunderts:
Dresden hat eine große feierliche Lage, in der Mitte der umgränzenden Elbhöhen, die in einiger Entfernung, als ob sie aus Ehrfurcht nicht näher zu treten wagten, es umlagerten. Der Strom verläßt plötzlich sein rechtes Ufer und wendet sich schnell nach Dresden, seinen Liebling zu küssen. Von der Höhe des Zwingers kann man seinen Lauf bis nach Meißen verfolgen. Er wendet sich bald zu dem rechten, bald zu dem linken Ufer, als würde die Wahl ihm schwer, und wankt, wie vor Entzücken und schlängelt sich spielend in tausend Umwegen durch das freundliche Tal, als wollte er nicht in das Meer.


Louis Spohr:
Florenz entspricht nicht ganz den Erwartungen, die von exaltierten Reisebeschreibern erregt werden. Mann nennt Dresden das deutsche Florenz, ehrt es aber dadurch nicht sehr. Die Lage von Dresden sowohl, als die Stadt selbst, sind ungleich schöner. Der Arno ist ein schmutziger, unansehnlicher Fluss und kann sich mit der majestätischen Elbe gar nicht vergleichen. Die vier Brücken, die darüber führen und beide Teile der Stadt verbinden, sind zwar fest und gut, aber weder so lang, noch so elegant wie die Dresdener. Auch hat Florenz weder so schöne Gebäude, noch so schöne Plätze, wie Dresen und übertrifft dieses nur im Reichtum an allen Arten von Kunstwerken.


Johann Michael von Loen, 1839:
Die Stadt Dresden scheint gleichsam nur ein bloßes Lustgebäude zu sein, worin sich alle Erfindungen der Baukünste angenehm miteinander vermischen und doch besonders betrachten lassen.


Johann Gottfried Herder, 1885:
Was ein Friedrich August am Anfange des Jahrhunderts anfing, hat ein anderer Friedrich August am Ende desselben vollendet. Durch sie ist Dresden in Ansehung seiner Kunstschätze ein deutsches Florenz geworden.


Wolf Graf von Baudissin, 1907:
Dresden gleicht einem schlummernden Dornröschen, das da liegt und träumt. ... es träumt und schläft, - und es wird nie erwachen.


Paul Claudel über Hellerau, 1913:
Nie erlebte ich eine solche Einheit von Musik, Körper und Licht. Das erste Mal seit dem Griechentum gibt es wieder eine wahre Schönheit des Theaters.


Erich Kästner, 1923:
Leipzig ist das Heute. Und Dresden - das Gestern ... Leipzig ist die Wirklichkeit. Und Dresden - das Märchen.


Gerhard Hauptmann (nach Dresdens Bombardierung im Februar 1945), 29.03.1945:
Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens. Dieser heitere Morgenstern der Jugend hat bisher der Welt geleuchtet. ... Von Dresden aus, von seiner köstlich gleichmäßigen Kunstpflege in Musik und Wort, sind herrliche Ströme durch die Welt geflossen. ... Ich habe den Untergang Dresdens unter den Sodom- und Gomorrha-Höllen der feindlichen Flugzeuge persönlich erlebt. ... Ich stehe am Ausgangstor meines Lebens und beneide meine toten Geisteskameraden, denen dieses Erlebnis erspart geblieben ist.


Erich Kästner nach der Zerstörung:
Dresden war eine wundervolle Stadt, voller Kunst und Geschichte und trotzdem kein von sechshundertfünfzigtausend Dresdnern zufällig bewohntes Museum. Die Vergangenheit und die Gegenwart lebten miteinander in Einklang. ... Die Stadt Dresden gibt es nicht mehr. Sie ist, bis auf einige Reste, vom Erdboden verschwunden. Der Zweite Weltkrieg hat sie, in einer einzigen Nacht und mit einer einzigen Handbewegung, weggewischt. Jahrhunderte hatten ihre unvergleichliche Schönheit geschaffen. Ein paar Stunden genügten, um sie von Erdboden fortzuhexen. Das geschah am 13. Februar 1945.


Erhart Kästner, 1965:
Den Untergang dieser Stadt schien sich der Satan als etwas Besonderes bis zum Schlusse aufgehoben zu haben.


Erich Kästner:
Wenn es zutreffen sollte, dass ich nicht nur weiß, was schlimm und hässlich, sondern auch was schön ist, so verdanke ich diese Gabe dem Glück, in Dresden aufgewachsen zu sein.


Umberto Eco:
Die Dresdner fragen einen gar nicht, ob einem die Stadt gefällt. Sie sagen es einem. Das bringt mich auf den Gedanken, dass man die Städte gewöhnlich in zwei Kategorien einteilen kann: in die selbstsicheren und die anderen.


Thomas Rosenlöcher, 2005:
Dresden ist der Entwurf einer Stadt, in der das Urbane und die Landschaft zueinander finden. Eine Stadt, die urban ist, lebendig ... und in der man von vielen Punkten aus die Landschaft im Blick hat.


| Impressum | rechtlicher Hinweis |

Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide!